Die Rheinreise
1851. Reverend Charles Morrison unternimmt auf einem Schaufelraddampfer eine Rheinreise mit seiner kränkelnden Frau, der gemeinsamen Tochter und seiner unverheirateten Schwester Charlotte. Diese hat sich zeitlebens immer nur um die Bedürfnisse anderer gekümmert. In Koblenz glaubt sie in einem zugestiegenen Mitreisenden den Mann zu erkennen, der vor langer Zeit ihr Verehrer war. Im Innersten erschüttert über diese Erinnerungen und ihre unterdrückten Wünsche, beginnt sie, ihre Rolle in der Familie und ihr bisheriges Leben zu hinterfragen. Eine elegante, atmosphärisch dichte Lektüre, die ganz wunderbar die historische Stimmung wiedergibt und uns mit Charlotte die Erkenntnis wachsen sieht: Ein fremdbestimmtes Leben braucht „frau“ ganz und gar nicht.